Komplexe Seilkonstruktionen effizient umgesetzt – PFEIFER baut halbrunde Leichtbaubrücke im Salzburger Land

Öffentlicher Personennahverkehr ist für die Österreichische Bundesbahn mehr als nur Schienenverkehr: Um die benachbarten Ortschaften an die Haltestelle Puch bei Hallein anzubinden, ließen sie im Frühjahr und Sommer 2015 eine Fußgänger- und Radwegbrücke über die Drau bauen. Die Brücke in Leichtbauweise fügt sich organisch in die Hügellandschaft ein. Mit ihrer halbrunden Form nimmt sie die Fließrichtung des Flusses auf. Eine besondere Herausforderung bei der Umsetzung war die Montage der Brücke, da das Brückendeck über eine komplexe Seilkonstruktion nur an einem Stahlpylon gesichert wird.

Mit ihrer langjährigen Erfahrung im Brückenbau war die PFEIFER Seil- und Hebetechnik GmbH die erste Wahl des ausführenden Stahlbau-Unternehmens Urbas Maschinenfabrik. So berieten die Seilbauspezialisten bereits bei der Planung der Brücke und halfen dabei den Bau vom Entwurf bis zur Inbetriebnahme kosteneffizient und reibungslos durchzuführen. Die Herausforderung des gesamten Projektes lag klar in der gekrümmten Form und der damit einhergehenden Berechnung und Planung der Fußgängerbrücke. Jedes Seil ist einzigartig – vom Abspannseil über die Hängeseile, bis hin zum Tragseil hat jedes seinen festen, vorab berechneten Platz in der Brückenkonstruktion. Dabei mussten auch Aspekte wie die Traglast, die Krümmung der Seile und natürlich die Montage einbezogen werden.

Vorkonfektioniert und auf die individuellen Anforderungen angepasst

Ein weiterer Vorteil, den die Produkte von PFEIFER mit sich bringen, ist die Europäische Zulassung: Egal, wo in Europa die Seile in Anwendung gebracht werden, bedarf es keiner zusätzlichen Prüfung durch die örtlichen Baubehörden. Das spart Zeit und ist unbürokratisch für Bauherren und Bauunternehmer. Für einen reibungslosen Ablauf bei der Montage ist es wichtig, dass die Stahlseile schon im Memminger Werk auf die Verformung vorbereitet werden und auch eine erste Formgebung stattfindet. Alle verwendeten Seile wurden durch die Experten von PFEIFER vorkonfektioniert und an die individuellen Anforderungen der Brücke im Salzburger Land angepasst. Bevor sie dann auf die Baustelle geliefert wurden, gab es einen ausführlichen Qualitätscheck: Mithilfe eines Prüfstandes wird bereits in der Fertigungshalle sichergestellt, dass alle Seile auch langfristig den hohen Kräften, die auf sie einwirken, Stand halten. Schließlich wird die gesamte Brückenkonstruktion durch ein 110 Meter langes Tragseil, das an einem Pylon befestigt ist, gehalten. Durch das robuste Seiltragwerk sind keine weiteren Pfeiler notwendig, die den schwebenden Eindruck unterbrechen würden – die Leichtbaukonstruktion trägt das Brückendeck komplett. Durch die umfassende Vorarbeit musste auf der Baustelle alles nur noch miteinander verbunden werden. Hierzu wurden alle Hängeseile, die später die Verbindung zwischen tragendem Seil und Brückendeck bilden, durch Seilklemmen am Tragseil befestigt. Neben der Lieferung der Seile und Klemmen kümmerten sich die Experten von PFEIFER auch um die Montage und entwickelten hierfür ein individuell an die Gegebenheiten vor Ort angepasstes Konzept. Schließlich kam es dort besonders auf eine präzise und zügige Durchführung aller Arbeiten an.

Effizient und reibungslos – die Montage

Die Herausforderung bei der Montage lag in einem eng getakteten Zeitplan. Schließlich ist das Brückendeck bis zur finalen Aktivierung sehr empfindlich. Alle Montageschritte mussten in möglichst kurzer Zeit durchgeführt werden mussten, um so etwaige Beschädigungen zu vermeiden. Zunächst wurden die drei Teile des Kreisringträgers auf Pontons zusammengelegt und von der Stahlbaufirma Urbas verschweißt. Im Anschluss daran begannen die Seilbau-Profis von PFEIFER mit dem Anbringen der Seile: Der Pylon wurde mithilfe der Abspannseile und eines Montageseils stabilisiert, bevor das Tragseil inklusive aller Hängeseile an einem Ende am Pylon hochgezogen und montiert werden konnte. Das andere Ende des tragenden Seils wurde am Widerlager befestigt und sorgt damit auf beiden Seiten für die nötige Spannung und Stabilität indem alle entstandenen Kräfte dort aus dem Brückenüberbau abgeleitet wurden. Die Hängeseile lagen im ersten Schritt noch lose auf dem Brückendeck und wurden schließlich nach und nach mit der Brücke verbunden. So wurde die Brücke aktiviert, die gesamte Last der Brücke auf die Seile abgegeben und die Pontons konnten entfernt werden. Die Arbeit der Seilbauspezialisten war so präzise, dass ein Nachspannen oder Nachjustieren nicht nötig war und die Brücke nach einer Montagezeit von rund vier Wochen in Betrieb genommen werden konnte.

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